Dina Al Nawas, PetPediatrinj

Das Immunsystem von Kindern und wie wir es „trainieren“ können

Das Immunsystem ist ein komplexer und lebenswichtiger Teil unseres Körpers. Seine Hauptaufgabe ist es, den Körper vor äußeren Angreifern wie Bakterien und Viren zu schützen. Es besteht aus verschiedenen Zelltypen, Geweben und Organen, die zusammenarbeiten, um unseren Körper gesund und im Gleichgewicht zu halten.

Unsere Abwehrkräfte: Zwei Verteidigungslinien -die angeborene und die erworbene Immunabwehr

Das Immunsystem kann in zwei Teile unterteilt werden – die angeborene (oder unspezifische) Immunabwehr und die erworbene (oder spezifische) Immunabwehr.

Die angeborene Immunabwehr ist die erste Verteidigungslinie. Es erkennt Eindringlinge schnell und entfernt sie. Kinder werden mit diesem Schutzmechanismus geboren. Zu diesem System gehören physische Barrieren, die das Innere des Körpers schützen, wie die Haut, die Schleimhäute von Darm, Lunge und Harnwegen sowie Tränen und Magensäure.

Diese Bereiche, die die Haupteingangspunkte für Bakterien und Viren sind, enthalten viele verschiedene Immunzellen der ersten Verteidigungslinie. Ihre Aufgabe ist es, Eindringlinge zu erkennen und entweder zu zerstören oder zu entfernen.

Die erworbene Immunabwehr und das Immungedächtnis

Wenn das Immunsystem eines Kindes auf verschiedene Mikroorganismen trifft, lernt es, diese zu erkennen, und passt sich an, indem es Antikörper und spezialisierte Immunzellen bildet, die diesen bestimmten Eindringling bei zukünftigen Begegnungen effektiver bekämpfen. Dieser Teil des Immunsystems wird als erworbene Immunabwehr bezeichnet, weil er durch Kontakt mit Viren und Bakterien erworben wird.

Bei der ersten Begegnung mit einem Eindringling benötigt die adaptive Immunabwehr mehrere Wochen, um die passenden Antikörper zu bilden. Bei späteren Begegnungen mit demselben Eindringling ist die Abwehr bereits vorbereitet und kann viel schneller und gezielter reagieren. Diese Fähigkeit, sich einen Krankheitserreger „zu merken“ und effizienter zu reagieren, nennt man Immungedächtnis.

Um den Unterschied zu veranschaulichen: Das angeborene Immunsystem ist wie das Aufbrechen einer Wohnungstür – es funktioniert bei jeder Tür. Das adaptive Immunsystem ist wie ein Schlüssel, der nur eine bestimmte Tür öffnet – schneller und gezielter.

Das Immunsystem muss genau richtig funktionieren

Das Immunsystem muss auf dem richtigen Niveau arbeiten. Ist das Immunsystem eines Kindes geschwächt, treten Infektionen häufiger auf. Reagiert das System jedoch übermäßig, kann es harmlose Substanzen als Bedrohung ansehen, was zu Allergien oder Autoimmunerkrankungen führt, bei denen der Körper seine eigenen Zellen angreift.

Es ist wichtig, dass das Immunsystem eines Kindes im Gleichgewicht bleibt – weder zu schwach noch zu stark. Die Anpassung der Aktivität des Immunsystems wird als Immunmodulation bezeichnet.

Kann man das Immunsystem „trainieren“?

Ja. Das Immunsystem kann aktiviert werden, damit es vorbereitet ist, Bakterien und Viren zu bekämpfen. So wie Muskeln trainiert werden können, lässt sich auch das Immunsystem „trainieren“. Wenn wir trainiert sind, sind wir stärker und schneller – dasselbe gilt für „trainierte“ Immunzellen, die bei einer Infektion stärker und schneller reagieren und so den Ausbruch von Krankheitssymptomen verhindern oder zumindest abschwächen und die Dauer der Erkrankung verkürzen können.

Wie können wir das Immunsystem eines Kindes unterstützen?

Das Training des Immunsystems kann durch Nahrungssubstanzen mit immunmodulatorischer Wirkung unterstützt werden. Diese Substanzen helfen, das Immunsystem im Gleichgewicht zu halten und bereit zu sein, wenn Bakterien oder Viren in den Körper gelangen.

Einige Nahrungsergänzungsmittel enthalten diese immununterstützenden Stoffe. Es ist wichtig, qualitativ hochwertige Produkte zu wählen, die durch klinische Studien auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft sind.

Wenn Sie unsicher sind, welche Präparate nachweislich sicher und wirksam sind, besprechen Sie dies mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt Ihres Kindes.